Kompetenz für Luther und die Reformation
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Die Mitglieder des neuen Beirats(von links): Prof. Dr. Stefan Michel, Prof. Dr. Julia Trinkert, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Johannes Schilling (sitzend), PD Dr. Hartmut Kühne, Dr. Thomas T. Müller (Vorstand Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt) und Prof. Dr. Margit Kern. Nicht persönlich anwesend sein konnte Prof. Dr. Dr. h.c. Lyndal Roper.
In Wittenberg hat sich am Dienstag der neu besetzte Beirat der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt konstituiert. Der Beirat wird vom Kuratorium der Stiftung berufen und hat die Aufgabe, den Vorstand und das Kuratorium in wissenschaftlichen, insbesondere reformationsgeschichtlichen und denkmalpflegerischen Fragen zu beraten. Zu den zentralen Aufgaben und Anliegen der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mit ihren fünf Museen in Wittenberg, Eisleben und Mansfeld zählt eine breitgefächerte Vermittlung der Reformationsgeschichte. Die LutherMuseen in Wittenberg und Eisleben gehören seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Mitglieder des neuen Beirats sind Prof. Dr. Margit Kern, PD Dr. Hartmut Kühne, Prof. Dr. Stefan Michel, Prof. Dr. Dr. h.c. Lyndal Roper, Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Johannes Schilling und Prof. Dr. Julia Trinkert. Professor Schilling, der in seinem Amt als Vorsitzender des Beirats durch die Beiratsmitglieder einstimmig bestätigt wurde, sagte: „Der Wissenschaftliche Beirat begleitet die Aufgaben der Stiftung wie bisher mit seinen vielfältigen Kompetenzen. Ein besonderes Anliegen in den kommenden Jahren wird für uns die Unterstützung der Mitarbeitenden der Stiftung bei der Vorbereitung der neuen Dauerausstellung sein. Unser gemeinsames Ziel ist, dass eine junge Generation Interesse an Luther und der Reformation findet und das Lutherhaus nach seiner Eröffnung wieder ein Publikumsmagnet wird."
Der Vorstand der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Dr. Thomas T. Müller, gratulierte dem Beirat zur Berufung und seinem neuen und alten Vorsitzenden zur Wiederwahl. „Ganz besonders freue ich mich, dass es gelungen ist, den Wissenschaftlichen Beirat nun nicht nur jünger, sondern auch internationaler aufzustellen. So zählt mit Professorin Lyndal Roper aus Oxford eine der weltweit renommiertesten Reformationsforscherinnen zum Team. Darüber hinaus ist Professorin Julia Trinkert das bislang jüngste Mitglied des Beirates.“
Hintergrund: Beiratsmitglieder der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Der Theologe, Germanist und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Johannes Schilling ist ein international ausgewiesener Experte für die Geschichte Martin Luthers, der Reformation und des reformatorischen Kirchengesangs. Seit 2000 ist er Mitglied und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Seit 1993 wirkte er als Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, von 1999 bis 2002 war er zudem Prorektor der Hochschule. Professor Schilling stand von 1999 bis 2023 als Präsident der Luther-Gesellschaft vor und war Vorsitzender des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte. Er ist Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und erhielt im Jahr 2017 die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Kopenhagen.
Der Theologe, Pfarrer und Kirchenhistoriker Prof. Dr. Stefan Michel ist ein Experte für historische Quellenforschung zur Reformationsgeschichte, zur Geschichte der lutherischen Orthodoxie sowie zur Frömmigkeits- und Textilgeschichte des frühneuzeitlichen Luthertums. Er gehört dem Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Luthergedenkstätten seit 2018 an. Er habilitierte sich an der Universität Leipzig mit einer Arbeit über Martin Luther und war dort bis 2021 Privatdozent am Institut für Kirchengeschichte. Heute lehrt er als Honorarprofessor Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Technischen Universität Dresden. 2022 wurde er in die Historische Kommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und 2025 in die Historische Kommission für Thüringen gewählt.
Prof. Dr. Margit Kern ist eine deutsche Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt auf der Kunst der Frühen Neuzeit sowie der Kunstgeschichte Spaniens und Lateinamerikas. Sie ist eine Expertin für die Kunst der Frühen Neuzeit und des Spätmittelalters sowie für museale Vermittlungsangebote. Margit Kern ist seit 2018 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Von 2009 bis 2011 war sie Juniorprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin, 2010 habilitierte sie an der Freien Universität Berlin, seit 2012 ist sie Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. Sie ist Mitglied der Academia Europaea.
Der Theologe PD Dr. Hartmut Kühne ist ein Experte für die museale Umsetzung von Themen der Kirchengeschichte des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie für volkskundliche Fragen im reformatorischen Kontext. Er war von 1993 bis 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin, hatte mehrere Lehraufträge und ist Lehrbeauftragter für Kirchengeschichte am Pädagogisch-Theologischen Institut (PTI) Brandenburg sowie Mitglied der Historischen Kommission für Brandenburg. 2024 habilitierte er sich in Leipzig, derzeit ist er dort am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte als Privatdozent tätig.
Prof. Dr. Dr. h.c. Lyndal Roper gehört zu den weltweit renommiertesten Expertinnen für die Geschichte der Frühen Neuzeit und hat bahnbrechende Arbeiten zur Sozial-, Geschlechter-, Psycho- und Körpergeschichte vorgelegt. Nach Stationen an der Universität London, dem Wissenschaftskolleg zu Berlin und dem Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen lehrte sie als Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit am Royal Holloway College der Universität London. 2002 wechselte sie an das Balliol College der Universität Oxford. Seit 2011 ist sie als erste Frau „Regius“-Professorin am Oriel College der Universität Oxford. Im Juni 2016 erschien ihre englischsprachige Biographie „Martin Luther. Renegade and Prophet“ (deutsche Ausgabe: Der Mensch Martin Luther. Die Biographie, September 2016). Lyndal Roper ist Trägerin zahlreicher wissenschaftlicher Preise und Mitglied in verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Kommissionen und Akademien.
Prof. Dr. Julia Trinkert ist Kunsthistorikerin und Expertin für Künstliche Intelligenz und Digitalität in der pädagogischen Vermittlung. Sie beschäftigt sich zudem mit den Themen Herrschaft, Gender und Religiosität in der spätmittelalterlichen Gesellschaft. 2012 wurde sie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mit einer Dissertation über Flügelretabel in Mecklenburg zwischen 1480 und 1540 promoviert, 2024 folgte die Habilitation für Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Ab 2019 war sie Junior-Professorin und ist seit 2025 Professorin für Kunstgeschichte des Mittelalters an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.