Förderprojekte
Sammeln, bewahren, forschen, vermitteln – dies sind die Kernaufgaben der LutherMuseen als Stiftung. Im Rahmen geförderter Projekte können so die LutherMuseen zum Beispiel bestimmte Bildungsangebote verwirklichen oder Restaurierungsarbeiten durchführen.
Sachsen-Anhalt
Ein Besuchermagnet, der seit über 20 Jahren bestehenden Dauerausstellung im Lutherhaus Wittenberg, war die sog. Schatzkammer im 2. Obergeschoss, in der fast 100 Originale, vor allem des 16. Jh., zugänglich waren. Darunter befand sich u.a. der zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählende, eigenhändige Brief Luthers an Kaiser Karl V., der über die grundlegenden Motive und Intentionen des Reformators berichtet und seine streitbare Haltung belegt.
Aber auch Manuskriptfragmente Martin Luthers, Briefe Friedrichs des Weisen oder eine Quittung des Gemeinen Kasten waren dort zu sehen. Zu den eindrucksvollsten Stücken zählten die Holzschnitte Albrecht Dürers, die zur Illustration der Evangelien oder des Marienlebens dienten sowie farbig bebilderte Bibeldrucke und Handschriften und nicht zuletzt die reich illustrierte Schedelsche Weltenchronik. Auch das städtische Leben Wittenbergs war dort über Ablassurkunden des 14. – 16. Jh., gemalte Stadtansichten, Urkunden oder das Apothekenprivileg Lucas Cranach dokumentiert.
Dieser wertvolle Bestand zeichnet nicht nur auf einzigartige Art und Weise das soziale Umfeld Martin Luthers und die mittelalterliche Kirchengeschichte, sondern auch die von ihm initiierte Reformationsbewegung nach.
Mit der im Frühjahr 2023 begonnenen energetischen Sanierung des Lutherhauses und der damit verbundenen Schließung des 2. Obergeschosses konnten diese Exponate nicht mehr ausgestellt werden. Damit bot sich die Gelegenheit, restauratorische Maßnahmen an den Drucken, Briefen, Graphiken und Urkunden durchführen zu lassen.
Das beinhaltete nicht nur die Trockenreinigung, sondern darüber hinaus das Glätten und Planlegen sowie Schließen von Rissen, Festigen und eine neue Montage der Papier- und Pergamentobjekten. Anschließen wurden die Exponate konservatorisch fachgerecht verpackt und eingelagert.
Die Maßnahmen sind dankenswerterweise im Rahmen des Projektes zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert worden.
Restaurierte Urkunde neu montiert in Klappkassette
Deutsches Zentrum Kulturgutverluste
Die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt wurde 1997 gegründet. ln ihrer Obhut befinden sich fünf Museen: Luthers Geburtshaus und Luthers Sterbehaus in Eisleben, Luthers Elternhaus in Mansfeld sowie das Lutherhaus und das Melanchthonhaus in Wittenberg. Die Häuser in Wittenberg und Eisleben gehören seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Wichtigstes Museum der Stiftung ist das Lutherhaus in Wittenberg, der authentische Lebensmittelpunkt des Reformators. Es wurde 1883 als Museum gegründet und erhielt den Namen Lutherhalle, den es bis 1997 trug. Dort befindet sich eine bedeutende Sammlung von materiellen Zeugnissen der Reformation und ihrer Rezeption, die seit der Gründung stetig erweitert wird.
Der während der NS-Zeit amtierende Direktor, Prof. Dr. Oskar Thulin (1898–1971), professionalisierte die Lutherhalle und ihre Ausstellungen. Die Sammlung erfuhr unter ihm einigen Zuwachs. Thulin war ein Anhänger des Nationalsozialismus, Mitglied der NSDAP (Eintritt: 01.04.1933) und der SA (Eintritt: 01.10.1933) sowie Stadtrat in Wittenberg für die NSDAP. Vom NS-Regime und seinem um Luther betriebenen Führerkult versprach sich Thulin eine Aufwertung seines Museums. Die Feiern zum 450. Geburtstag des Reformators 1933 und zum 500. Bibeljubiläum 1934 nutzte er, um öffentlichkeitswirksame ,,Events" in Szene zu setzen.
Neben Thulins Unterstützung des Regimes hatte eine erste Auswertung der Inventarbücher aus den Jahren 1933 bis 1945 weitere Verdachtsmomente hervorgebracht, denn unter den dort angegebenen Verkäufern befinden sich mit dem Berliner Antiquariat J. A. Stargardt, dem Berliner Antiquariat Gsellius und dem Würzburger Antiquariat Helmut Tenner drei Antiquariate, die bereits im Kontext Raubgut auffällig geworden sind. In dem zum Jahresbeginn 2025 begonnenen Projekt zur Provenienzforschung werden daher die Zugänge aus den Jahren 1933 bis 1945 systematisch auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug untersucht. Insgesamt angeschafft worden sind in diesen Jahren nach bisherigem Wissensstand folgende Objekte:
7 Handschriften (4 davon unbedenklich)
177 Historische Drucke aus dem 16.–18. Jahrhundert
27 Gemälde (10 davon unbedenklich)
2 Plastiken
2 Objekte Kunsthandwerk
10 Numismatica
ca. 1.700-1.800 Titel Sekundärliteratur/Antiquarische Bücher
Hinzu kommt die Bibliothek von Johannes Ficker mit etwa 6.000 Titeln, die als geschlossene Sammlung übernommen wurde.
Im ersten Projektjahr wurden die Handschriften und die Historischen Drucke prioritär untersucht. Zwar konnte festgestellt werden, dass es seitens der Lutherhalle keine systematische Beteiligung am NS-Kunstraub gab. Dennoch wurden insgesamt eine Handschrift und sieben Historische Drucke identifiziert, bei denen es konkrete Verdachtsmomente gibt, die bislang nicht ausgeräumt werden konnten. Es zeigte sich auch, dass die Lutherhalle bei weiteren Antiquariaten kaufte, die entweder selbst im NS-Kunstraub verwickelt waren oder die selbst „arisiert“ wurden.
Im Zuge der Untersuchung der Geschäftsbeziehungen zu diesen Antiquariaten wurden unter den antiquarischen Büchern, die zunächst nicht Teil des Forschungsauftrages waren, 126 Bücher identifiziert, die potenziell verdächtig sind. 56 von ihnen stammen aus den beiden „arisierten“ Antiquariaten Gustav Fock, Leipzig und Martin Breslauer, Berlin. 70 Bücher wurden bei den im Kunstraub involvierten Antiquariaten Helmut Tenner, Würzburg, Karl W. Hiersemann, Leipzig, Gsellius, Berlin, Bernhard Liebisch, Leipzig erworben. Aufgrund dieser ersten Erkenntnisse zu den antiquarischen Büchern wurde eine Verlängerung des Projektes um ein Jahr beantragt und genehmigt. Im zweiten Projektjahr werden deshalb zunächst die 160 Erwerbsquellen auf mögliche Verdachtsmomente untersucht und im Anschluss die verdächtigen Bücher inklusive der vorhergenannten systematisch in den Blick genommen.
Ebenfalls nicht im ursprünglichen Projektauftrag enthalten war die Bibliothek des Theologen Johannes Ficker. Dieser war 1944 verstorben und hat der Lutherhalle seine etwa 6.000 Bücher und Historische Drucke umfassende Bibliothek vermacht. Da die Bücher erst in der Nachkriegszeit Wittenberg erreichten, galten sie in der hausinternen Überlieferung als Nachkriegserwerbung. Sie sollen nun einem Erstcheck unterzogen werden.
Das Projekt und seine Ergebnisse werden öffentlich dokumentiert und sichtbar gemacht. Neben regelmäßigen Pressemitteilungen wird das Projekt in den sozialen Medien begleitet. Im Frühjahr 2025 gab es zudem einen ZDF-Beitrag zum Projekt, der in der Mediathek einsehbar ist: https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-mittagsmagazin/mima-menschen-patrick-bormann-100.html. In öffentlichen Veranstaltungen werden Zwischen- und Endergebnis präsentiert. Forschungsdaten zu Verdachts- und Restitutionsfällen werden in den Datenbanken „Lost Art“ (www.lostart.de) und „Looted Cultural Assets" bereitgestellt.
- gefördert vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (www.kulturgutverluste.de)
Wir schreiben das Jahr 1525. In Mitteldeutschland herrscht Aufruhr. Kirchen, Klöster und Burgen werden in Brand gesetzt. Der „gemeine Mann“ lehnt sich gegen die Obrigkeit und die Kirche auf.
Wie entscheide ich mich? Stehe ich auf der Seite der Landesherren und greife hart durch, oder habe ich die Ungerechtigkeit satt und lehne mich dagegen auf? Diese und ähnliche Fragen dürfen sich Besucherinnen und Besuchern der LutherMuseen in Eisleben und Mansfeld seit dem 30. Mai 2024 stellen, wenn sie die Mitmachausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt. Spiel mit. Entscheide selbst“ besuchen. Die Geschichte des Bauernkrieges, der sich im kommenden Jahr zum 500. Mal jährt, kann vor Ort interaktiv miterlebt werden.
In Luthers Sterbehaus in Eisleben bspw. schlüpfen die Besucherinnen und Besucher in die Rolle einer von fünf spielbaren historischen Persönlichkeiten und haben die Möglichkeit, mittels digitaler Stationen auf einem begehbaren Spielfeld Aufgaben zu lösen und Entscheidungen zu treffen. Wie hätte man entschieden, wäre man zu dieser Zeit Fürst, Äbtissin, Amtmann, Bürgerin oder „gemeiner Mann“ gewesen?
Der Ausgang des Spiels und somit das Schicksal der eigenen Spielfigur werden durch die eigenen Entschlüsse beeinflusst, während man spielerisch die Herausforderungen einer Zeit des Aufruhrs erfährt. Durch die verschiedenen Perspektiven der historischen Personen auf das Zeitgeschehen und die unterschiedlichen Handlungsspielräume erhält die Mitmachaustellung einen hohen Wiederspielwert.
In Luthers Elternhaus in Mansfeld dagegen werden die Lebensumstände der historischen Personen sowie die Ereignisse des Bauernkrieges auf zwei Etagen in überdimensionalen Comicstrips erzählt. Auch hier lassen sich die Hintergründe mit Hilfe von Mitmachstationen in Erfahrung bringen. Außerdem werden den Besucherinnen und Besuchern Hans Luder, der Vater Martin Luthers, sowie ein Mansfelder Bergarbeiter vorgestellt.
Neben den historischen Ereignissen widmet sich die Ausstellung aber auch dem radikalen Reformator Thomas Müntzer. In Luthers Sterbehaus in Eisleben wird in einem eigenen Bereich thematisiert, wie Thomas Müntzer und seine Rolle im Bauernkrieg über die Jahrhunderte hinweg interpretiert und rezipiert wurde.
Zusätzlich zur interaktiven Ausstellung dürfen sich die Besucherinnen und Besucher auf eine Reihe von Rahmenveranstaltungen freuen. Jung und Alt sind dazu eingeladen, die Geschichte zu entdecken, sie zu erforschen und zu reflektieren.
Die Mitmachausstellung „1525! Aufstand für Gerechtigkeyt. Spiel mit. Entscheide selbst“ der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt läuft noch bis zum 6. Januar 2026 und reiht sich als Teil der dezentralen Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Gerechtigkeyt 1525“ in das bundesweite Gedenken an das Ende des deutschen Bauernkrieges und den Todestag Thomas Müntzers ein.
Aus diesem Anlass wurde die Ausstellung mit Mitteln des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt gefördert und dadurch vollständig finanziert.
Müntzers Lebenswelt
Digitales Spielfeld
Das Projekt „Durchführung von Klimabilanzen im Konvoi-Verfahren für die KNK Organisationen“ wurde in der Projektleitung von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) verantwortet und von Thema1 durchgeführt. Von September 2023 bis April 2024 wurden Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Stiftungen der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) im Bereich der Klimabilanzen nach dem CO2-Kulturstandard KBK/KBK+ weitergebildet sowie dabei unterstützt erstmals Klimabilanzen für eine Liegenschaft ihrer Stiftung zu erstellen.
Am Prozess der Klimabilanzierung haben teilgenommen:
- Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt,
- Stiftung Bauhaus Dessau,
- Kulturstiftung Dessau-Wörlitz,
- Stiftung Schloss Friedenstein Gotha,
- GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig,
- Stiftung Preußische Schlösser,
- Gärten Berlin-Brandenburg,
- Wartburg-Stiftung
Die Teilnehmer*innen wurden durch Expert*innen dabei unterstützt, das nötige Grundlagenwissen über Klimabilanzierung, die Datensammlung und die daraus folgenden Ableitungen von Maßnahmen zu erlangen. Das Konvoi-Verfahren ermöglichte einen engen fachlichen Austausch sowie eine Vernetzung der Akteur*innen untereinander. Durch die Einführung und Anwendung des KBK und KBK+ Standards wird den Stiftungen ermöglicht, in Zukunft eigenständig Klimabilanzen zu erstellen und ihr erlerntes Wissen anzuwenden.
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
2024/2025 jährt sich der sogenannte „Deutsche Bauernkrieg“ und der Todestag Thomas Müntzers zum 500sten Mal.
Im Rahmen des Bauernkriegsgedenkens in Mansfeld soll die Thematik des Bauernkrieges und der Person Thomas Müntzers durch ein Angebot von filmischen Bearbeitungen der historischen Ereignisse einem breiten Publikum näher gebracht werden. Das Spektrum der Filme reicht dabei vom ersten DEFA-Kinofilm von 1956 bis hin zu den aktuellen Produktionen. Die Veranstaltungen finden regelmäßig begleitend zur Landesausstellung zum Bauernkriegsgedenken in Sachsen-Anhalt statt. Neben der Vermittlung von historischem Geschehen und der Hintergründe des Bauernkriegs durch das Medium des Films, erhoffen wir von unserem Sommerkino-Projekt darüber hinaus eine Erweiterung des kulturellen Angebots für die Region auch über die Laufzeit der Landesausstellung hinaus.
Die Maßnahme „Sommerkino im Rahmen des Bauernkriegsgedenkens 2024/25“ wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.
Sachsen-Anhalt
Die Sammlungen der LutherMuseen stehen für die Bewahrung, Präsentation und Vermittlung des reformatorischen Erbes. Doch nur ein Bruchteil der über 30.000 Objekte kann in den Ausstellungen der fünf Häuser für das Publikum zugängig gemacht werden. Alle anderen Kunstwerke, Grafiken, Medaillen und Schriften lagern sicher verwahrt hinter den Mauern der Museumsdepots. Dies soll sich nun zum Ende des Jahres 2023 ändern.
Mit dem erfolgreich durchgeführten Upgrade der von der Stiftung genutzten Museumsdatenbank Daphne 2 auf Daphne 3 des Anbieters robotron* wird die Verknüpfung mit dem Onlinetool Daphne-Collection möglich.
Dieses wird zukünftig den Onlinezugang zu den Objektdatensätzen der Stiftung möglich machen. Einstiegsprojekt hierfür wird die im Dezember eröffnende Ausstellung „Buchstäblich Luther“ sein. Die Highlightobjekte, die während der energetischen Sanierung des Lutherhauses in dieser Sonderausstellung im Augusteum zu sehen sein werden, gehen dann wissenschaftlich aufgearbeitet online und laden zum Stöbern in den Sammlungen ein.
In den kommenden Jahren werden die weiteren Bestände der Stiftung und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung nach und nach aufgearbeitet und in der Online-Datenbank veröffentlicht, sodass sie vom breiten Publikum über Schulen bis hin zu internationalen Forschungsnetzwerken genutzt werden können. Damit erweitert die Stiftung ihren Bildungsauftrag in den digitalen Raum.
Die Maßnahme Daphne Collection – Präsentation der Sammlungsdatenbank online wird durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert.
Sachsen-Anhalt
Durchführung restauratorischer Maßnahmen an den historischen Besucherbüchern sowie Einblattdrucken
Tumultieren, Duellieren, grölend durch die Straßen ziehen oder auch nächtliches Trompete oder Posaune spielen konnte in der frühen Neuzeit schnell zum Ausschluss aus dem universitären Betrieb führen; entweder für einen gewissen Zeitraum aber auch auf unbestimmte Zeit.
Woher wir das wissen? In dem Bestand der LutherMuseen haben sich fast 1.000 Exemplare sogenannter Einblattdrucke erhalten, die einen Einblick in das studentische Leben des 17. und 18. Jahrhundert in Wittenberg bzw. in die Alltagsgeschichte der Leucorea bieten. In Zeiten ohne weitreichende Medien wurden Bekanntmachungen der Universität auf großen, gedruckten „Plakaten“ am Schwarzen Brett öffentlich ausgehängt, um – wie oben erwähnt – über Strafen zu informieren aber überwiegend um das Lehrangebot bekannt zu machen, Promotionen anzukündigen, über das universitäre Leben zu berichten oder auch um zu Festen oder Beerdigungen einzuladen. Als Schwarzes Brett dienten dabei die Türen von Kirchen, Kollegien und Rathäusern. Um diesen Schatz für eine wissenschaftliche Bearbeitung zugänglich zu machen, wurden in einem ersten Schritt 2021 das Konvolut gesichtet und eine Schadenskartierung durchgeführt. Darauf basierend wurden nachfolgend restauratorische Maßnahmen wie Trockenreinigung, Sicherung bei Tintenfraß und Rissen bzw. Fehlstellen durchgeführt. Beide Maßnahmen sind dankenswerterweise im Rahmen des Projektes zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert worden.
Zum Restaurierungsprojekt zählten ebenfalls 20 historische Besucherbücher des Lutherhauses in Wittenberg, die lückenlos von 1783 bis 1939 das Besucherinteresse dokumentieren. Zusammen mit den Besucherbüchern von Luthers Geburtshaus in Eisleben stellen sie das älteste Zeugnis dieser Gattung in Deutschland dar. An ihnen lassen sich u.a. Herkunft, Beruf bzw. Amt, Geschlecht oder auch die Motivation der Museumsgäste ablesen.
Trockenreinigung der Einblattdrucke
Lagerung der Einblattdrucke in säurefreien Mappen und Kartonage
Sachsen-Anhalt
Durchführung von Trockeneinigung und fachgerechter Verpackung der historischen Bibliothek (Lutherana) in Luthers Geburtshaus, Eisleben
Im Gedenken an den berühmtesten Sohn der Stadt beschloss der Eislebener Magistrat zur Eröffnung von Martin Luthers Geburtshaus ihm „nach und nach eine Bibliothec zu stifften“. Der Aufforderung kamen zahlreiche Bürger*innen der Region nach, so dass der Buchbestand bis zum 19. Jahrhundert auf insgesamt 1000 Titel anwuchs. Die Spender*innen verewigten sich mit Widmungsinschriften in den Büchern und bezeugten damit nicht nur ihr Repräsentationsbedürfnis, sondern geben uns auch einen Einblick in ihre persönlichen Vorstellungen und Motive. Wie das Geburtshaus selbst ist damit auch diese Sammlung der sog. Lutherana als Zeugnis der Erinnerungskultur und damit als Ausdruck zeitgenössischer Mentalität und Wertvorstellungen zu verstehen.
2016 fand der Bestand in dem neugebauten Lutherarchiv in Eisleben eine dauerhafte Bleibe, ohne jedoch den Stellenwert zu bekommen, der ihm zusteht. In einem ersten Schritt wurde deswegen im Jahr 2021 eine restauratorische Schadenskartierung an den Lutherana durchgeführt, um weiterführende konservatorische Maßnahmen planen zu können. Im zweiten Schritt wurden diese Empfehlungen umgesetzt: Die einzelnen Bücher wurden von der Restauratorin Mareike Möller trocken gereinigt sowie fachgerecht verpackt. Damit kann der Bestand nicht nur konservatorisch unbedenklich gelagert, sondern auch zur wissenschaftlichen Bearbeitung zur Verfügung gestellt werden. Beide Maßnahmen sind dankenswerterweise im Rahmen des Projektes zur Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes durch das Land Sachsen-Anhalt gefördert worden
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Du willst mehr über Martin Luther erfahren? Zum Beispiel wie er seine Kindheit in Eisleben verbrachte oder wie seine Eltern über seinen Auszug und sein Studium in Erfurt dachten? Oder vielleicht wie es Katharina von Bora nach ihrer Flucht aus dem Kloster erging oder wie es Martin Luther schaffte, weltberühmt zu werden? Dann schau Dir unsere Kurzfilme an!
Zusammen mit der Theaterklasse des Luther-Melanchthon-Gymnasium Wittenberg und einem professionellen Filmteam haben wir an historischen Orten Ereignisse aus Luthers Leben nachgespielt und in die heutige Zeit geholt.
Die Kurzfilme sind auf unserem Youtube-Kanal abrufbar.




