Von der Wiege bis zur Bahre – Luthers zweifelhaftes Erbe
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Tomasz Lewandowski
Um Luthers Hinterlassenschaften entspann sich bald nach seinem Tod ein regelrechter Kult – und das, obwohl die angeblich authentischen Orte und Gegenstände aus seiner Wirkungszeit oftmals bestenfalls sehr fragwürdig erscheinen. Doch dem frühen Luthertourismus tat dies offenbar keinen Abbruch. Welche Funktionen solche Erinnerungsstücke und -orte in der Frühen Neuzeit spielten und warum es fast eher nebensächlich war, ob diese tatsächlich echt waren, erfahren Sie in diesem etwa halbstündigen Vortrag.
Referent
Mirko Gutjahr studierte frühgeschichtliche Archäologie und mittelalterliche Geschichte an der Universität Freiburg. Von 2009 bis 2014 leitete er das Projekt „Lutherarchäologie" am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Derzeit ist er für die LutherMuseen tätig, wo er seit Mai 2022 die Häuser in Mansfeld und Eisleben leitet. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Archäologie der Frühen Neuzeit und der Biographie Martin Luthers.
Der Vortrag findet im Rahmen der Tagung „Das Mansfelder Land – eine Wiege von Reformation, Kultur und Demokratie" der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung statt.