Jesus am Rande des Porlarmeers
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Vortragsreihe "Luther 1522"
Die Bibel auf dem Weg zu fernen Kulturen
Erstes Anliegen einer Bibelübersetzung ist es, den Gehalt des Textes den Menschen fremder Sprache und oft auch fremder Kultur nahezubringen. Das wird umso schwieriger, je größer der Abstand zwischen dem kulturellen Hintergrund ist, der in den biblischen Texten vorausgesetzt wird, und der kulturellen Umgebung, in welche diese nunmehr verpflanzt werden sollen. Ob im tropischen Regenwald Südamerikas, der afrikanische Savanne oder an den Küsten des Polarmeers: stets ist bei Luthers Nacheiferern eine gehörige Portion Kreativität gefragt, wenn die Bibel Menschen ferner Kulturen vertraut gemacht werden soll. So fremdartig die dabei gefundenen Lösungen auf den ersten Blick auch anmuten: auch uns kann die Abkehr vom allzu Vertrauten einen neuen Blick auf den biblischen Text vermitteln.
Referent:
Prof. Dr. Gerhard Meiser studierte Indogermanistik, Lateinische Philologie und Slawistik in München, Regensburg, Beograd und Sarajevo. Von 1983 bis 1992 war er als Assistent an der Universität Freiburg tätig, anschließend bis 2017 als Professor für Indogermanistik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind die vorrömischen Sprachen Italiens inklusive Etruskisch sowie indogermanische Verbalmorphologie.