Luthers Brief an König Karl V.
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Martin Luther und König Karl V. auf dem Reichstag zu Worms, Gemälde von Hermann Freihold Plüddemann, 1864
Museum nach Feierabend
Im Jahr 1521 steht Martin Luther im Zentrum eines Konflikts, der die Grundfesten der Christenheit erschüttert. Auf dem Reichstag zu Worms hat er den Widerruf seiner Schriften verweigert. Nur wenige Tage später, bereits auf der Rückreise und kurz vor der Entführung auf die Wartburg, richtet er einen letzten eindringlichen Appell an König Karl V. (ab 1530 auch Kaiser). Darin legt er seine Beweggründe dar und erläutert seine Haltung gegenüber dem Herrscher. Hätte dieser Brief - der den Kaiser nie erreichte - den Lauf der Geschichte noch einmal verändern können?
Der Vortrag nimmt das außergewöhnliche historische Dokument in den Blick, beleuchtet seine Entstehung und erschließt seine Bedeutung für die Reformationsgeschichte. Doch wie gelangte der Brief überhaupt in die Sammlung der LutherMuseen? Und was haben ein anderer Kaiser, ein cleverer Multimillionär und zwei ahnungslose Agenten damit zu tun?
Anlässlich des 30-jährigen UNESCO-Jubiläums der Luthergedenkstätten ist Luthers Originalbrief für einen Tag in Eisleben zu sehen – pünktlich zu Luthers 542. Geburtstag.
Referent
Mirko Gutjahr studierte frühgeschichtliche Archäologie und mittelalterliche Geschichte an der Universität Freiburg. Von 2009 bis 2014 leitete er das Projekt „Lutherarchäologie" am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. Derzeit ist er für die LutherMuseen tätig, wo er seit Mai 2022 die Häuser in Mansfeld und Eisleben leitet. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Archäologie der Frühen Neuzeit und der Biographie Martin Luthers. Zum 1. Januar 2027 übernimmt Gutjahr als Direktor die Leitung der Burg Linn in Krefeld.