Kurfürst Friedrich der Weise, die Reformation und der Bauernkrieg
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
"Wenn es Gottes Wille ist, wird und soll der gemeine Mann regieren."
Der Vortrag beschäftigt sich mit der Rolle Kurfürst Friedrichs in der Wittenberger Reformation, vor allem im Zusammenhang mit Luthers Thesenanschlag 1517, mit der „Regulierung“ der Wittenberger Stadtreformation 1521/22 und im Bauernkrieg. Friedrich vermutete am Ende seines Lebens, dass es Gottes Wille sein könnte, dass der „gemeine Mann“ die Herrschaft übernimmt. Eine solche Einsicht eines Herrschers ist nahezu einmalig in der Weltgeschichte. Damit antizipierte der Kurfürst den Gedanken der Volkssouveränität, der erst Jahrhunderte später aktuell werden sollte.
Referent
Dr. phil. Volkmar Joestel, Wittenberg, Jahrgang 1950, studierte Geschichte in Leipzig und arbeitete fast ein ganzes Berufsleben am Wittenberger Lutherhaus. Er beschäftigt sich vor allem mit Andreas Bodenstein aus Karlstadt, besonders den Zusammenhängen zwischen seiner Theologie und dem Alltagsleben der Menschen. Ein weiteres Interessensgebiet sind Luthers Wirkungsgeschichte und Rezeption, vor allem Luthermythen und ihre historischen Hintergründe.