Bennos Heiligsprechung 1523 – Ein Dorn im Auge Luthers

 | 18:30 Uhr
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lila Hintergrund, weiße Schrift "Luther 1524", link Lutherkopf
Wittenberg
Lesung/Vortrag

Veranstaltungsreihe „Luther 1524"

Der aus einem sächsischen Grafengeschlecht stammende und von Bischof Bernward (a. 993–1022) in Hildesheim erzogene zehnte Meißner Bischof Benno (a. 1066–1106) wird seit dem hohen Mittelalter als Heiliger verehrt, geschehen an seinem Grab in der Bischofskirche doch immer wieder Wunder. Heiligsprechungen sind Martin Luther allerdings ein Dorn im Auge. Seit 1516 geißelt er die Heiligenverehrung als Verstoß gegen das erste Gebot. Luther reagiert 1524 mit der Flugschrift „Widder den newen Abgott vnd allten Teuffel der zu Meyssen sol erhaben werden“. Im direkten Widerspruch dazu stehen seit 1521 Bildnisse Luthers, die ebenso an eine Heiligenverehrung erinnern.

 

Referentin

Claudia Kunde studierte Kunstgeschichte und Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Bis 2022 war sie freiberuflich tätig als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin kulturhistorischer Ausstellungen. Dazu gehörten u. a. die Landesausstellungen des Landes Sachsen-Anhalt "Emporium. 500 Jahre Universität Halle-Wittenberg" (Universität, Halle/Saale, 2002, Kuratorin) und "Der Naumburger Meister. Bildhauerarchitekt im Europa der Kathedralen" (Vereinigte Domstifter, Naumburg, 2011). Seit 2022 ist sie Museumsleiterin des Kulturhistorischen Museums Wurzen mit Ringelnatzsammlung und Städtischer Galerie am Markt. Themenschwerpunkte sind hier Joachim Ringelnatz und Stadtgeschichte von Wurzen und des Wurzener Landes.