Dem Volk aufs Maul schauen
Vortragsreihe "Luther 1522"
Martin Luthers Bibelübersetzung und seine Helfer
Martin Luther bemühte sich in einem lebenslangen Prozess um eine immer bessere Bibelübersetzung. Formal und inhaltlich sollte die Bibel ansprechend für ihre Leserinnen und Leser sein, um ihren Gehalt, der nach Luthers Überzeugung für den Glauben entscheidend war, entfalten zu können. Bei diesem Unternehmen unterstützen ihn zahlreiche Gelehrte, wie Georg Rörer, der seit 1531 sogar Protokoll in den jeweiligen Sitzungen des „Revisionsbeirats“ führte. Doch Luther nutzte nicht nur das Wissen seiner gelehrten Kollegen, sondern achtete auch auf die Sprache des Volkes, wie er 1530 im „Sendbrief vom Dolmetschen“ zum Ausdruck brachte. Er wollte wissen, wie der „gemeine Mann“ auf dem Markt redet.
Referent:
PD Dr. Stefan Michel ist Dozent für Kirchengeschichte am Institut für Evangelische Theologie der Technischen Universität Dresden und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt.