Tierisches Welterbe: Martin Luthers Hund Tölpel

 | 18:30 Uhr
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Wittenberg
Lesung/Vortrag

Nur ein einziges Tier hat Martin Luther mit einem eigenen Namen ausgezeichnet: seinen Hund Tölpel. Es bestand offensichtlich ein ganz besonderes Verhältnis zwischen den beiden. Für den Reformator war sein Hund sein treuester Gefährte: „Wenn er sprechen könnte, was fehlte ihm dann?“ Geradezu liebevoll beschreibt er seinen Tölpel: „Seht den Hund an: Er hat keinen einzigen Mangel an seinem ganzen Leib, hat feine frische Augen, starke Beine, schöne weiße Zähne, einen guten Magen etc. Das sind die höchsten natürlichen Gaben, und Gott gibt sie einem solchen unvernünftigen Tier.“ Ja, für Luther war Tölpel sogar unsterblich und lebt weiter im Paradies. Wer sich mit diesem Hund beschäftigt, entdeckt auch neue Seiten an Martin Luther.

Der frühere Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten, Dr. Stefan Rhein, hat ein Buch über Tölpel geschrieben und macht diesen früheren Bewohner des Lutherhauses durch seine Erzählungen auf der Grundlage zahlreicher Lutherschriften wieder lebendig. 
 

Zum Autor:

Dr. Stefan Rhein war von 1988 bis 1997 Kustos des Melanchthonhauses Bretten, von 1993 bis 1998 Leiter der Reuchlinforschungsstelle der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und von 1998 bis Januar 2023 Vorstand und Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt. Er war Mitglied des Beirats der Luthergesellschaft, Leiter der staatlichen Geschäftsstelle „Luther 2017“ und von 2009 bis 2018 Mitglied des Kuratoriums der Hochschule Merseburg. Seit 2023 ist er Mitglied des Vorstands von Campus Wittenberg e. V. und stellvertretender Vorsitzender des Beirats des Evangelischen Kirchbautags.