Auf Spurensuche! Mit Martins Hund Tölpel unterwegs im Lutherhaus

Durch das Lutherhaus in Wittenberg könnt ihr als Familie auf den Spuren von Luthers blauem Hund Tölpel, wandeln. Diese Familienspur bringt den großen und kleinen Gästen die Reformation und Geschichte Martin Luthers näher und ist fester Bestandteil der Dauerausstellung. Als Teil der Familienspur wird gemeinsam mit Kindern und Expert*innen z. Bsp. auch geklärt, was typisch evangelisch und was typisch katholisch ist.

Als Teil der Dauerausstellung könnt ihr die Familienspur zu den regulären Öffnungszeiten des Lutherhauses besuchen. Dieses Angebot für Groß und Klein ist im regulären Eintrittspreis bereits enthalten.

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vier Kinder sitzen vor einer blauen Wand, Hund Tölpel ist als Comic gezeichnet, Überschrift "Auf Spurensuche!"
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zwei Kinder stehen an einer Station zum mitmachen

Adresse & Kontakt

Lutherhaus

Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg

Servicebüro

T. 03491 4203 171
E. service@luthermuseen.de

Typisch evangelisch - Typisch katholisch

Bei der Spurensuche im Lutherhaus gibt es eine Fragewand, die die Möglichkeit alltägliche, kleine und große, spannende und einfache Fragen rund um das Thema "Typisch evangelisch - Typisch katholisch" zu stellen. Einige Fragen und Antworten gibt es nun hier:

Katholische Antwort:

Lieber Tölpel,

du wirst jetzt bestimmt ganz traurig sein, aber ich muss dir sagen: Hunde dürfen bei uns – den Katholiken – nicht mit in die Kirche.

Kirchen sind für Menschen gebaut und dienen dazu, Gott zu loben und zu danken. Soweit wir wissen, können das nur Menschen aus ganzem Herzen. Deshalb musst Du draußen bleiben.

Manche sagen zwar, dass Gott auch Hunde geschaffen hat – das stimmt. Aber das gilt ja auch für Giftschlangen und Waschbären, Stinktiere und Wölfe. Wenn wir die alle mit in die Kirche nehmen würden, gäbe es dort ein heilloses Durcheinander und keinen feierlichen Gottesdienst.

Aber ich will dir auch was Schönes sagen: In manchen Gemeinden werden einmal im Jahr Tiere gesegnet, meist am Tag des heiligen Franziskus, der ein großer Tierfreund war. Sein Fest feiern wir am 4. Oktober. Dieser Gottesdienst findet nicht in der Kirche statt (du weißt ja jetzt, warum nicht), sondern im Freien. Dein Herrchen kann ja mal im Internet nachschauen, wo solch eine Tiersegnung stattfindet. Dann kannst Du auch beim Gottesdienst dabei sein.

Pfarrer Michael Poschlod

Katholische Pfarrei St. Marien, Lutherstadt Wittenberg

 

Evangelische Antwort:

Lieber Tölpel,

Hunde sind wunderbare Tiere und treue Begleiter der Menschen. Doch im Normalfall dürfen Hunde nicht in die Kirche gehen: aus hygienischen Gründen, zum Schutz von Kunstwerken und von häufig denkmalgeschützten Kirchengebäuden. Viele Menschen suchen in der Kirche eine Zeit der Stille. Da könnte das Bellen oder Jaulen von Hunden stören. Es gibt auch Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht so gern in der Nähe von Hunden aufhalten wollen.

In Deutschland gibt es einige Kirchen, die zu besonderen Tiergottesdiensten einladen. Dann gehen Menschen mit ihren Haustieren in die Kirche: mit Schildkröten, Kaninchen, Katzen, Hamstern, Meerschweinchen, Hunden und anderen Haustieren. Dann freuen sich die Gottesdienstbesucher an der Gemeinschaft mit allen Tieren unter Gottes weitem Himmel.

Ich finde, Hunde sind am besten in der Natur aufgehoben. Dort haben sie freien Auslauf und können mit ihren feinen Nasen herumschnuppern. In der Natur spürt man, dass jedes Geschöpf seinen Platz von Gott erhalten hat. Die Natur ist voll von Gottes Atem. Vielleicht spüren das auch die Hunde, wenn sie sich in der freien Natur bewegen. Martin Luther hat einmal gesagt: "Wer Gott erkennt, der erkennt auch die Kreatur, versteht sie und hat sie lieb. Denn in der Kreatur sind die Fußstapfen der Gottheit."

Pfarrer Dr. Johannes Block,
Evangelische Stadtkirche Wittenberg

... Wir sind evangelisch getraut worden, unsere Tochter ist evangelisch getauft worden. Ich habe mir damals keinen Dispenz bei der katholischen Kirche geholt um evangelisch zu heiraten. Bin ich jetzt tatsächlich von den heiligen Sakrementen z.B. der letzten Ölung ausgeschlossen?

 

Katholische Antwort:

Grundsätzlich hat die Fragestellerin Recht: Wer als Katholik nicht in der für ihn richtigen (also katholischen) Form geheiratet hat, ist vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen.

Eine Dispenz einzuholen, so dass die evangelische Trauung auch von der Katholischen Kirche als gültig anerkannt wird, wäre auch vor 40 Jahren nicht schwierig gewesen.

Aber auch im Nachhinein kann eine solche Ehe gültig gemacht werden: indem sich die Ehepartner das Ja-Wort vor einem katholischen Geistlichen geben (das geht auch ohne aufwändige Feier!) oder über den Rechtsweg der Gültigmachung der schon bestehenden Ehe (Fachbegriff: sanatio in radice = Heilung in der Wurzel).

Nicht richtig ist das angegebene Beispiel bei den Sakramenten: Die Krankensalbung im Sterbefall (früher „Letzte Ölung“) kann jeder Katholik empfangen, weil dann ein Notfall vorliegt und das Wohl und Heil des Menschen schwerer wiegt als rechtliche Bedenken.

 

Pfarrer Michael Poschlod
Katholische Pfarrei St. Marien, Lutherstadt Wittenberg

Antwort:

Weihrauch kommt vom Weihrauchbaum. Aber man benutzt nicht die Blätter, sondern das Harz des Baumes (das Klebrige, was man sieht, wenn ein Baum verletzt ist). In der katholischen Kirche nimmt man ein kleines Stückchen vom Harz und verbrennt es in einem Gefäß. Dieses Gefäß sind eigentlich zwei Gefäße, die an einer langen Kette zusammengebunden sind. Durch das Verbrennen in dem Gefäß gibt es einen ganz besonderen Duft. Der Weihrauch wird benötigt, damit der Priester zum Beispiel den Alter, die Weihnachtskrippe oder die Osterkerze segnen kann.

Antwort:

Die Anzahl der jeweiligen Kirchen herauszufinden ist sehr schwer. Die Anzahl der Gemeindemitglieder ist jedoch aufgelistet. So gibt es in der katholischen Kirche rund 1,3 Milliarden Mitglieder, wodurch sie die größte christliche Glaubensgemeinschaft ist.

Die evangelische Kirche ist zwar etwas kleiner aufgestellt, aber mit Martin Luther als Wegbereiter haben wir heute circa 400 Millionen Protestant*innen. 

Antwort:

In der katholischen Kirche wird der Gottesdienst als ein Gottesdienst für alle Sinne verstanden. Weihrauch steht für das Gebet und die Gegenwart Gottes.

Schon in der Bibel wird, und das ist wohl die bekannteste Stelle, im Matthäusevangelium 2, Vers 11,  Weihrauch, Myrrhe und Gold  als ein Geschenk für das neugeborene Jesukind, dem König der Juden,  hinterlegt.